Immobilien-Infodienst

06.01.2016

Thermografie

Isolationslücken bei Gebäuden entdecken

Die Energiewende wird zum Top-Thema für Immobilienbesitzer. Immerhin verschlingen Immobilien rund 40 Prozent des gesamten Energiebedarfs in Deutschland. Der größte Teil davon entfällt auf die Heizung. Umso wichtiger ist es für Immobilienbesitzer, die Energieeffizienz zu optimieren. Viele Immobilien verschwenden Energie, ohne dass ihre Eigentümer es auch nur ahnen. Deshalb ist es für Immobilienbesitzer wichtig, ihr Gebäude auf Isolationslücken zu untersuchen.

Fahndung nach Wärmelecks

Isolationslücken lauern überall. Jede noch so kleine Ritze im Mauerwerk oder in der Dämmung gibt Wärme an die Außenwelt ab. Da sie für Laien meist unsichtbar sind, ist die Fahndung nach Isolationslücken ein Fall für Experten mit hochsensibler Technik geworden. Diesen Service gibt es nicht umsonst, aber auf lange Sicht wird er sich amortisieren.

Was können Sie selbst tun?

Genau beobachten: Liegt im Winter Schnee oder Reif auf dem Dach und ist eine Stelle nicht bedeckt, so liegt offenbar ein Wärmeleck vor. Schnee und Reif schmelzen, wo Wärme nach außen dringt. Herrscht im Haus trotz geschlossener Türen und Fenstern wiederholt Zugluft, deutet dies ebenso auf Isolationslücken hin wie Räume oder Zimmerecken, die regelmäßig kühler sind als andere.

Was sollten Sie nicht tun?

Auf eigene Faust handeln: Es hat z. B. keinen Sinn, in schlecht gedämmten Altbauten dichte Fenster einzubauen, da eindringende Feuchtigkeit nicht mehr verdunstet. Wasserschäden und/oder Schimmel sind die Folge. Um fachgerecht zu modernisieren, brauchen Sie einen Fachmann: Den Energieberater.

Wo finden Sie einen Energieberater?

Ihr Energieversorger berät Sie in allen Fragen rund um das Thema Energiemanagement und kann Ihnen auch den Kontakt zu einem unabhängigen und zertifizierten Energieberater vermitteln. Dieser wird Sie dann von der Planung bis zu den Förderanträgen kompetent begleiten. Der Einsatz eines Energieberaters kann durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle bezuschusst werden. Dieser Fachmann wird mit Ihrer Unterstützung den Bauzustand der Immobilie detailliert analysieren. Wichtiges Werkzeug hierfür ist die Thermografie.

Wie funktioniert die Thermografie?

Hierbei wird die Wärmestrahlung des Hauses über Sensoren an eine Infrarotkamera geleitet. Dadurch wird die Temperaturverteilung der Außenwände Ihres Gebäudes grafisch dargestellt. Je heller die Farben im Thermogramm, desto wärmer sind die Oberflächen. Gelbe und rote Farbtöne bedeuten höhere Temperaturen und kennzeichnen mögliche Wärmelecks, Baumängel, Wärmebrücken oder eine mangelhafte Isolierung. Die Ergebnisse der Thermografie werden übersichtlich dokumentiert.

Die Thermografie eines Gebäudes ist während der Heizperiode, in der Regel von November bis März, möglich. Die Temperatur der Außenluft sollte möglichst unter + 5 Grad Celsius liegen. Sämtliche Räume sollten beheizt sein.

 

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