Immobilien-Infodienst

09.02.2018

Grenzbebauung

Was gilt für Garage, Carport, Gartenhaus und Co?

Soweit Größe und Zuschnitt des Grundstücks es erlauben, baut man das Wohnhaus in möglichst weitem Abstand von der Grundstücksgrenze. So hält man die Nachbarn auf Distanz. Anders sieht es mit Garage, Carport, Gartenhaus und Co. aus. Da lohnt es häufig, direkt an der Grenze zu bauen, um den Platz optimal auszunutzen. Eine solche Grenzbebauung wird oft auch nachträglich geplant. Um unnötigem Streit vorzubeugen, sollten Sie über Ihr Bauvorhaben vorab mit dem Nachbarn sprechen – und wissen, in welchen Fällen Sie seine Einwilligung benötigen und wann nicht.

Mindestabstand und Grenzbebauung

Grundsätzlich müssen alle Gebäude an allen Seiten des Grundstücks einen Mindestabstand zum Nachbargrundstück einhalten (sog. Abstandfläche). Das regeln die Bauordnungen der Länder. Dabei richtet sich die Abstandsfläche grundsätzlich nach der Wandhöhe des geplanten Gebäudes. Die Landesbauordnungen schreiben dann bestimmte Quoten im Verhältnis Wandhöhe zum Grenzabstand vor und regeln eine Vielzahl von Einzelfällen. Im Weiteren richtet sich die Bebauung nach

  • dem Bebauungsplan der Kommune. Dieser kann weniger Grenzabstand zulassen, aber auch Nebengebäude gänzlich verbieten. Erkundigen Sie sich also zunächst beim zuständigen Bauamt.
  • Einer möglichen Sonder- oder Ausnahmegenehmigung. Diese ist dann erforderlich, wenn man von Abstandsflächenvorschriften abweichen will. Dann braucht man die Genehmigung des zuständigen Bauamtes und soweit dieser in seinen eigenen Rechten verletzt ist, das Einverständnis des Grundstücksnachbarn.
  • Dem Landesnachbarrecht, welches weitere Vorschriften für Einfriedungen, Mauern und ähnliche Grenzeinrichtungen aufweist.

Sonderfälle mit zulässiger Grenzbebauung

Garage, Gewächshaus, Carport, Schuppen und andere Abstellgebäude
Diese dürfen direkt an die Grundstücksgrenze gebaut werden, sofern sie je Nachbargrenze nicht mehr als 9 Meter lang sind und die Summe zu allen Nachbargrenzen 15 Meter nicht überschreitet. Die Höhe darf nicht mehr als 3 Meter mittlere Wandhöhe betragen. Öffnungen in den der Nachbargrenze zugekehrten Wänden sind nicht erlaubt. Eine Baugenehmigung ist nicht erforderlich, wenn das Gebäude die Grenze von 30 cbm Brutto-Rauminhalt einhält. Das wäre etwa ein Schuppen mit einer Grundfläche von 3 x 4 Metern und einer Höhe von 2,5 Metern (§§ 6 Abs. 11 und 65 Abs. 1 Nr. 1 BauO NRW).

Diese Maße sollten aber nicht ausgereizt werden, denn Messtoleranzen können nachträglich zu einer anderen Bewertung führen und dann kann doch ein Abriss drohen.

Unbedachte Stellplätze

Unbedachte Stellplätze für PKW, Motorräder und Fahrräder sind bis zu einer Fläche von 100 qm genehmigungsfrei. Für Fahrräder gilt dies auch bei überdachter Fläche.

Terrassenüberdachungen
Terrassenüberdachungen mit einer Fläche bis zu 30 m² und einer Tiefe bis zu 3 m dürfen ohne Baugenehmigung errichtet werden.

Bedenken Sie: Bei Missachtung der Vorschriften kann der Nachbar den Rückbau auf das zulässige Maß verlangen und dies auch gerichtlich durchsetzen.

 

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