Immobilien-Infodienst

06.10.2017

Trends bei Gewerbeimmobilien

Wo die Nachfrage steigt

Die deutsche Wirtschaft befindet sich seit Jahren auf Wachstumskurs. Dieser Aufschwung und die anhaltend niedrigen Zinsen spiegelten sich in den vergangenen Jahren auch auf den Immobilienmärkten wider. Die Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt ist stark gestiegen und führte zu spürbar höheren Preisen und Mieten. Auch der Markt für Gewerbeimmobilien ist in Schwung gekommen. Dabei haben sich die einzelnen Segmente wie Büro,- Einzelhandels- oder Logistikimmobilien unterschiedlich entwickelt.

Büroimmobilien

Bei den Gewerbeimmobilien ist das Segment der Büroimmobilien mit einem Anteil von 42 Prozent die gefragteste Nutzungsart. Das gilt vor allem für moderne Büroflächen in attraktiven Lagen. Investoren von Büroimmobilien haben vor allem die Top-7-Bürostädte München, Stuttgart, Frankfurt, Köln, Düsseldorf, Hamburg und Berlin im Visier. Langfristig werden diese Städte auch weiterhin attraktive Standorte sein, was zu weiter steigenden Mieten und Preisen für erstklassige Objekte führen wird. Für leer stehende Altgebäude hingegen wird es ohne größere Modernisierungsmaßnahmen nur schwer möglich sein, Nachmieter zu finden, die bereit sind, den alten Mietpreis zu bezahlen. Da 70 Prozent der Büroflächen vor 1990 gebaut worden sind, ist aufgrund der gestiegenen Anforderungen an Technik und Nachhaltigkeit davon auszugehen, dass ein Großteil der Bürogebäude grundlegend modernisiert oder sogar abgerissen und neu aufgebaut wird, zumal sich der Altbestand in guten Lagen befindet.

Das Segment der Büroimmobilien ist sehr geprägt durch den Einsatz neuer Technologien. Wenngleich in vielen Unternehmen virtuell und dezentral gearbeitet wird, hat die Funktion des Büros als Zentrum der persönlichen Kommunikation und der Präsenz an einem Standort weiterhin einen hohen Stellenwert. Voraussetzung ist das Vorhandensein einer leistungsfähigen Netzwerkstruktur zum Austausch von riesigen Datenmengen. Gefragt sind auch Büros, die dem Trend nach flachen Hierarchien entsprechen und variable Arbeitsumgebungen ermöglichen, wo die Mitarbeiter in unterschiedlichen Bereichen arbeiten und sich austauschen können. Daneben sollten Büroimmobilien auch repräsentativ, gut zu erreichen und den steigenden Ansprüchen an Nachhaltigkeiten gerecht werden.

Einzelhandelsimmobilien

Die Verbraucher sind in Shoppinglaune – und das spürt auch der Einzelhandel. Allerdings werden immer mehr Waren über das Internet bestellt. Bereits jetzt verbucht der Online-Handel einen Anteil von 9 Prozent am Einzelhandelsumsatz, und der dürfte noch weiter steigen. Insgesamt hat sich laut HDE die Flächenproduktivität auf 3.900 Euro je m² leicht verbessert.  

Einzelhandelsimmobilien sind nach den Büroimmobilien für Investoren die zweitbeliebteste Anlageform. Die Mieten entwickeln sich sehr unterschiedlich. Während in 1A-Lagen einiger Top-Städte seit einigen Jahren Spitzenmieten erzielt werden, sinken in schwächeren Lagen die Mieten. Bei den Einzelhändlern sind vor allem die Shopping-Center beliebt. Die bekannten Filialisten und Textilhändler bekommen dort die Möglichkeit, ihre Waren auch in stark frequentierten Spitzenlagen zu präsentieren. Randlagen und unattraktive Gebäude eignen sich dafür nicht, so dass es vor allem in Nebenstraßen der Innenstädte und Vorstadtzentren Leerstände gibt.

Logistikimmobilien

Die Logistikbranche hat erfolgreiche Jahre hinter sich. Und auch die Aussichten für die kommenden Jahre sind weiterhin positiv. Der boomende Internethandel sowie die zunehmende Verlagerung des Gütertransportes auf die Straße spiegeln sich in einer verstärkten Nachfrage nach Logistikimmobilien wider. War bis vor wenigen Jahren mit einer Lagerhalle nur wenig Geld zu verdienen, sind diese Immobilien seit 2010 wieder begehrt. Daher ist bei neuen und modernen Logistikimmobilien fast kein Leerstand zu verzeichnen. Höhere Leerstände gibt es an schwächeren Standorten und bei veralteten Immobilien. Um die starke Nachfrage bedienen zu können, werden derzeit riesige Lagerhallen und Verteilerzentren gebaut. Die Preise für Logistikimmobilien sind in den letzten fünf Jahren um durchschnittlich 20 Prozent gestiegen.  

 

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