Immobilien-Infodienst

23.02.2018

Zwangsversteigerung von Immobilien

Was Käufer beachten müssen

Eine Zwangsversteigerung bietet die Möglichkeit, günstig an eine Immobilie zu kommen. Jedes Jahr werden mehr als 90.000 Immobilien in Deutschland zwangsversteigert. Die Zahl der Zwangsversteigerungstermine hat in diesem Jahr durch die Niedrigzinsphase abgenommen. Es ist deshalb umso wichtiger, sich auf eine Zwangsversteigerung vorzubereiten. Hier erfahren Sie, worauf Sie achten müssen.

Objekte finden

Über die Zwangsversteigerungstermine und die angebotenen Objekte informieren die Staatsanzeiger der Bundesländer und die zuständigen Amtsgerichte zunächst auf ihrer Gerichtstafel durch öffentlichen Aushang, später oft auch per Annonce in der Tageszeitung. Auch das Internet bietet eine Fülle von Plattformen und Informationen. Einen bundesweiten Überblick bietet die Internetplattform zvg-portal.de der Landesjustizverwaltungen, die kostenlos ist. Hier sind in der Regel Ansprechpartner benannt.

Keine Zwangsversteigerung ohne Gutachten

Haben Sie ein Objekt ins Auge gefasst, sollten Sie so viele Informationen wie möglich über die Immobilie einholen. Über jedes Objekt liegt beim zuständigen Amtsgericht ein Gutachten vor, das den amtlichen Verkehrswert und Hinweise auf eventuelle Baumängel enthält. Notieren Sie sich für Rückfragen das Aktenzeichen. Die Gläubiger, die das Verfahren beantragt haben sind bei der Informationssuche ebenfalls oft behilflich.

Nehmen Sie das Objekt in Augenschein – in Begleitung von Profis

Besichtigen Sie die Immobilie – wenn möglich auch von innen. Die Gläubigerbank ist meistens bereit, Interessenten einen Termin für die Innenbesichtigung anzubieten. Der künftige Ex-Eigentümer ist dagegen nicht verpflichtet, Ihnen Einlass zu gewähren. Kommt ein Besichtigungstermin zustande, bereiten Sie sich gut vor, damit auch alle heiklen Themen zur Sprache kommen. Nehmen Sie einen Architekten oder Bauingenieur mit oder lassen Sie sich von einem vereidigten Sachverständigen begleiten. Das kostet zwar Geld – verhindert aber im Ernstfall eine Fehlinvestition und somit jede Menge Ärger. Studieren Sie das Gutachten und notieren sich Fragen.

Trainieren Sie „Zwangsversteigerung“

Bevor Sie bei einer Zwangsversteigerung mit bieten, sollten Sie probeweise zwei bis drei Versteigerungstermine besuchen, um den Ablauf kennen zu lernen. Beobachten Sie das Verhalten von Profis und nehmen Sie Kontakt mit der Gläubigerbank auf. Im Verfahren darf die Gläubigerbank u.a. Gebote unter 70 Prozent ablehnen oder es jederzeit einstweilen einstellen lassen. Rufen Sie deshalb kurz vor dem Termin beim Amtsgericht an, und erkundigen Sie sich, ob der Termin auch stattfindet. Auch taktisches Geschick ist wichtig. Setzen Sie sich vor allem ein Limit und lassen Sie sich nicht auf Preistreibereien ein. Lassen Sie sich nicht von Konkurrenten beeinflussen, die meist selbst ein Interesse an der Immobilie haben.

Stellen Sie ein Finanzierungskonzept auf

Klären Sie vor dem Versteigerungstermin die Gesamtfinanzierung des Objekts. Nach Ihrem ersten Gebot müssen Sie eine Sicherheitsleistung in Höhe von 10 Prozent des Verkehrswertes hinterlegen: per Überweisung an die Gerichtskasse, über eine selbstschuldnerische Bankbürgschaft oder mit einem von Ihrer Bank ausgestellten Verrechnungsscheck. Der volle Kaufpreis ist nach vier bis sechs Wochen fällig.

Beim Biete-Termin sind keine großartigen Formalitäten zu beachten. Haben Sie Ihr Finanzierungskonzept vorbereitet und die Anzahlungsmodalitäten geklärt, ist das Wichtigste für Sie vorbereitet. Zum Termin müssen Sie Ihren Personalausweis oder Reisepass mitbringen, um sich ausweisen zu können, als Vertreter einer juristischen Gesellschaft benötigen Sie einen aktuellen Handelsregisterauszug. Alternativ können Sie sich mit einer notariellen Bietungsvollmacht vertreten lassen.

Bei einer Zwangsversteigerung werden Sie übrigens bereits mit Zuschlag Eigentümer, schneller geht es nicht!

 

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