Immobilien-Infodienst

27.04.2017

Bestellerprinzip gilt nur bei Vermietung

Wer bestellt, der bezahlt

Lange Zeit sah es so aus: der Vermieter beauftragte den Makler, der Mieter musste zahlen. Doch seit nunmehr zwei Jahren ist damit Schluss. Mit dem Mietrechtsnovellierungsgesetz wurde neben der Mietpreisbremse auch das Bestellerprinzip bei Maklerverträgen eingeführt. Seitdem gilt: Wer bestellt, der bezahlt und zwar allein.

Da Makler häufig von Vermietern beauftragt werden, werden in Zukunft vor allem Vermieter die Maklercourtage bezahlen müssen. Eine Vereinbarung gegen diese Bestimmung ist unwirksam, eine Maklercourtage kann daraus nicht verlangt werden. In der Praxis tauchen immer wieder Fragen auf, in welchen Fällen das Bestellerprinzip gilt. Nachfolgend die wichtigsten Regelungen im Überblick.

Nur private Mietverhältnisse sind betroffen

Das Bestellerprinzip gilt nur für die Vermittlung von privatem Wohnraum. Denn das Gesetz zur Mietrechtsnovellierung bezieht sich, wie der Name schon sagt, nur auf den Mietermarkt. Es gilt weder für Gewerberaummietverhältnisse noch für den Kauf und Verkauf von Immobilien.

Die Höhe der Provision ändert sich nicht. Für die Wohnraumvermittlung dürfen weiterhin zwei Monatsmieten zuzüglich Mehrwertsteuer verlangt werden, was dem häufig in Anzeigen zu sehenden Wert von 2,38 Monatskaltmieten entspricht.

Maklerverträge gelten nur noch, wenn sie schriftlich abgeschlossen werden. Es ist nicht mehr möglich, Maklerverträge mündlich zu vereinbaren oder stillschweigend abzuschließen.  

Warum sich der Makler weiterhin für Vermieter lohnt

In der Praxis sieht es häufig so aus, dass der Vermieter einen Makler einschaltet, wenn er einen neuen Mieter sucht. Auch wenn in solchen Fällen in Zukunft der Vermieter die Provision tragen muss, lohnt sich für ihn die Zusammenarbeit mit einem Makler. Für private Eigentümer ist es oftmals nur schwer möglich, in kurzer Zeit einen passenden Mieter zu finden und die entsprechende Miete zu verlangen. Gerade bei Anlageobjekten gilt es, Leerstände zu vermeiden und solvente Mieter zu finden, um die notwendige Rendite zu erzielen. Immobilienprofis helfen bei der Wertermittlung zur Kauf- und Mietpreisfindung, bei der Auswahl geeigneter Mieter inklusive Bonitätsprüfung. Vor allem in nachfragestarken Märkten sollte nicht vergessen werden, wie viel Zeit die Bewerberauswahl und das Management der eingehenden Interessensanfragen in Anspruch nehmen kann.     

Nach wie vor kann der Makler auch von Wohnraumsuchenden eingeschaltet werden. Dann muss der Mieter die Maklerprovision zahlen.

Fazit: Wer in Zukunft einen Makler beauftragt, der muss ihn bezahlen. 

 

Zur Übersicht | Das gilt auf dem Balkon |

Volksbank Immobilien bei Facebook