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Gaspreise im Steilflug

Fast jeder zweite Haushalt heizt mit Gas. Das könnte in diesem Winter teuer werden, denn die Energiepreise waren im August 2021 um 24 % höher als im Vorjahresmonat und um 3,3 % höher als im Juli 2021. Erdgas verzeichnet dabei mit 44,2 % den höchsten Anstieg. Was ist los am Gasmarkt?

Gaspreise – eine politische Größe?

Erdgas erhalten die deutschen Energieversorger überwiegend noch auf der Basis langfristiger Lieferverträge mit Russland (Gazprom), offenbar auch zu noch moderaten Preisen. Zur Sicherstellung der langfristigen Gasversorgung und Konditionen steht die neue Pipeline Nordstream 2 vor der Inbetriebnahme. Die USA, aber auch die bisherigen Gas-Transitländer Ukraine und Polen, versuchen den neuen Lieferweg seit langem zu verhindern. Die USA fürchten eine zu enge Bindung zwischen Deutschland und Russland und möchten in Europa ihr Fracking-Gas verkaufen. Hinter den Kulissen wird noch heftig gerungen.

Wenn aktuell von einer Gaspreisexplosion gesprochen wird, so sind damit nicht die langfristigen Lieferverträge, sondern Börsenpreise gemeint. Die wichtigste europäische Erdgasbörse mit einem Spot- und Terminmarkt liegt in Amsterdam. Sie gehört mittlerweile zu 100 Prozent dem US-amerikanischen Unternehmen Intercontinental Exchange (ICE), das auch die New York Stock Exchange betreibt. An der Amsterdamer Börse hat sich der Gaspreis seit Anfang 2021 nun mehr als verdoppelt. Experten befürchten einen weiteren Anstieg und Versorgungsengpässe. Hinzu kommt, dass die Gasspeicher in Europa nach dem kalten Winter und Frühjahr offenbar erst wieder zu Zweidrittel gefüllt sind. Nicht zu vergessen ist aber auch, dass die EU seit 2013 nicht mehr auf langfristige Lieferverträge, sondern auf die volatile, von den USA dominierte Energiebörse setzt.

Auf der politischen Bühne wird Russland derweil beschuldigt, die Gaspreise zu manipulieren und Lieferungen zu drosseln, um Nordstream 2 endgültig ans Laufen zu bringen. Politiker der Grünen stehen dabei in vorderster Linie. Russland weist alle Vorwürfe zurück und betont, dass die Erdgaslieferungen von Januar bis Ende August sogar 20 % höher als im Vorjahr liegen. Unternehmen hilft der Streit wenig, zumal auch andere Güter teurer werden.

Vorleistungspreise im August 

Neben steigenden Gaspreisen klettern nach Angaben des Statistischen Bundesamtes auch die Preise für Vorleistungsgüter weiter, und zwar im August um 17,1 % gegenüber dem Vorjahresmonat und um 1,4 % gegenüber Juli 2021. Hier die Preisentwicklung einzelner Güter: Nadelschnittholz (+ 124 %), Verpackungen aus Holz (+89,4 %), Betonstahl in Stäben (+ 87,2 %), Eisen (+ 58 %), Metalle (+ 34,9 %) und chemische Grundstoffe (+ 20 %). 

Was bedeutet das für Mieter?

Die ersten Gasanbieter haben bereits ihre Preise erhöht. Mit rund 13 Prozent fallen die Preiserhöhungen kräftig aus. Nach Berechnungen des Vergleichsportals Verivox führen die gestiegenen Gaspreise für Besitzer eines Einfamilienhauses zu Mehrkosten von 188 Euro pro Jahr. 

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