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Immobilienkauf wird schwieriger

Groß war der Schrecken als Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck vor wenigen Tagen verkündete, die staatlichen Förderungen für mehr Energieeffizienzmaßnahmen beim Neubau zu stoppen. Aber das ist nicht die einzige schlechte Nachricht. Zukünftige Bauherren müssen noch weitere Schwierigkeiten im Blick haben.

Energetische Förderung gestoppt

Ab sofort können Immobilieneigentümer von sog. Effizienzhäusern und für energetische Sanierung nach KfW40- und KfW55-Standard keine Förderanträge stellen. Die bereitgestellten Mittel sind erschöpft, so teilte es das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz am 24.01.2022 mit. Unklar ist auch, wie mit den bereits gestellten aber noch nicht bewilligten Anträgen umgegangen wird. Von der Entscheidung sind rund 50.000 Bauvorhaben betroffen. Für Bauherren führt diese Entscheidung zu hohen Zusatzkosten. Für das Effizienzhaus 40 Plus gab es Zuschüsse bis zu 37.500 Euro. Es geht also um große Summen.

Strenge Klimaschutzmaßnahmen

Die Koalition verschärft den Klimaschutz für Wohngebäude. Damit Europa bis 2050 Klimaneutralität erreicht, müssen Immobilieneigentümer ihre Wohnungen und Häuser aufwändig sanieren. Im ersten Schritt sollen öffentliche Gebäude bis 2027 renoviert werden. 2030 kommen dann die Wohngebäude an die Reihe. Das ist für Immobilieneigentümer mit hohen Investitionen verbunden. Ab 2030 dürfen auch nur noch emissionsfreie Häuser gebaut werden, die keine fossilen Brennstoffe benötigen.

Steigende Zinsen

Die seit Jahren historisch niedrigen Zinsen können schon bald Vergangenheit sein. Die Rendite für 10-jährige Bundesanleihen waren zuletzt wieder etwas über Null. Die amerikanische Notenbank Fed sendet seit Wochen Signale in Richtung Zinserhöhung. Das kann mittelfristig auch Auswirkungen auf die Bauzinsen in Deutschland haben und zu einer Erhöhung führen.

Strengere Kreditvorgaben

Die BaFin sieht wachsende Risiken auf dem Immobilienmarkt. Um eine Überhitzung des Marktes zu verhindern, hat sie die Auflagen für Baufinanzierungen verschärft. Banken müssen in Zukunft höhere Rücklagen als Sicherheit für Immobilienkredite hinterlegen. Das wird die Baufinanzierung verteuern. Die Vorsichtsmaßnahmen führen dazu, dass Käufer in Zukunft mehr Eigenkapital für eine Baufinanzierung benötigen. Die Zeiten von eng gestrickten Finanzierungen dürften vorbei sein.     

Steigende Kaufpreise

Die Immobilienkaufpreise sind in der Corona-Krise deutlich gestiegen. Allein im dritten Quartal verteuerten sich die Immobilien nochmals um zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Und ein Ende der Preisspirale ist noch nicht in Sicht. Die Mieten sind hingegen weniger stark gestiegen. Die Renditen für Vermieter sinken daher. In München müssen Vermieter ihre Immobilien fast 47 Jahre vermieten, bevor sie durch die Jahreskaltmiete abgezahlt sind. In anderen Großstädten liegt das Verhältnis Kaufpreis zu Jahresnettokaltmiete bei 35.

Materialmangel

Häuslebauer mussten vor allem für Holz tiefer in die Tasche greifen. Die Holzpreise sind zuletzt um bis zu 46 Prozent gestiegen. Aber auch die Betonpreise haben sich innerhalb eines Jahres um 57,4 Prozent verteuert. Ebenso sind Kunststoffe und Dämmmaterialien deutlich teurer geworden (teilweise um bis zu 40 Prozent) oder gar nicht zu bekommen. Fehlt Material, verzögert sich der Bau. Im schlimmsten Fall droht die Stilllegung der Baustelle. Somit wird der Hausbau oder der Umbau zu einem unkalkulierbaren Risiko.

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